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14.03.2010

Grau

Ein sinnend matter, grauverhüllter Tag ...
Er fliesst so weich heut mit mir selbst zusammen ...
Umflort sind Träume, Düfte, Klänge, Flammen ...
Weil ich am liebsten weinen - weinen mag ...

Der todte Mann ... und was ich einst empfunden,
Und was ich gern empfinden, fassen will ...
Das athmet in den Lüften, schlummerstill,
Es gleiten lautlos, todtenmüd' die Stunden ... -

Lisa Baumfeld

Erstarrt

Gebannt in dumpfes Nichts lag meine Seele.

Rings flammte Lieb' und Sommer in den Kelchen,
Rings blühten duftig die Gedichte auf ...
Doch meine Seele schlich erblindet, träge
Und todt- durch goldigblonde Rhythmen hin ...
Durch aller Räthsel ahnungsvolles Raunen
Gespensterkühl ... matt und verständnislos.

Gebannt in dumpfes Nichts lag meine Seele.

Da kam ihr plötzlich ... langersehnt... der jähe
Urtiefe Schmerz, der sie befreien soll.
Er soll mit Blitzesbrand mein Herz erschüttern,
Er soll versengen, dass aus grauem Schutt
Die neue Blüte blass und düfteschwer
Emportaucht ... Endlich! weine, meine Seele!

Sie weinte nicht ... die schweren Flügel zuckten,
Dann stöhnte sie ein wenig und sie schwieg ...

Es kam kein Blitz ... Nur Kälte ... Kälte ... Kälte ...
Dass alle Thränen ihr in Eis erstarrt ...

Lisa Baumfeld