...oder BH-Kauf, die größe anzunehmende Katastrophe. Jetzt ist sie übergeschnappt und schreibt über Kleidungsstücke, die kaum einen interessieren...
Es interessiert mich! Und mir reichts.
Die Geschichte des BH-Kaufs ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Ca. 80 % (- 90 %!) der Deutschen Frauen kaufen die falsche Größe und sind Schuld daran dass man Leute wie mich erstens in den meisten Läden anschaut als wäre ich nicht ganz gescheit, wenn ich nach meiner Größe frage und zweitens sind diese unwissenden Weibsbilder auch noch Schuld daran dass man diese Größen kaum bekommt weil die Nachfrage nicht da ist. Teufelskreis.
75 B - meistgenanntes Zeugnis der Unwissenheit einer Nation. Halbwissen - Die Waffe ganzer Generationen. Was soll man erwarten in einem Land, in dem selbst Fachverkäuferinnen der Ansicht sind man gehöre ab Größe D zur Kategorie vierschrötige Walküre und trüge zwei Wassermelonen vor sich her?
Hand aufs Herz. Wenn ich jetzt ganz indiskret, in einem leichtsinnigen Anflug von Exhibitionismus, verkünde "Ich brauche Größe 65 F", purzeln Menschen, die mich nicht kennen die Augen aus dem Kopf und die Zungen aus dem Mund. Bekannte werden jetzt spöttisch grinsen und sagen "Da träumst du wohl von" (anderen wird eher ein ungläubiges "Die macht sich Gedanken über sooowas???" durch den Kopf gehen^^).
Nun, ihr Ahnungslosen, vergesst was ihr zu wissen glaubt. 75 B ist ein Mythos. .„Ich kaufe schon immer 75B“ sagen ausgerechnet diejenigen, deren Unterbrustband oben aus dem Trägertop guckt (noch nicht gemerkt dass das Scheiße aussieht?) oder vorne die Bügel auf den Möpsen liegen (auch das kann man ändern!). Es gibt Verkäuferinnen, die behaupten dass alles ab 70 und darunter entweder für Kinder oder Asiatinnen ist. Wer zum Teufel hat denen eigentlich so einen Schwachfug eingebimmst??
Ein Problem das sich seit den 80ern breit macht (nicht nur sich) ist die Erfindung von Lycra. Früher als Frau noch Baumwolle trug, kam das Ganze nämlich meistens noch hin. Heute dehnt sich das Unterbrustband munter um etliche Zentimeter und macht aus der 75 locker eine 85 (kein Wunder dass die Teile spätestens nach dem 10. Tragen so lächerlich aus den Trägertops gucken). Die Damen mit den echten Melonen verlagern das Gewicht auf diese Art übrigens vom UBB auf die Träger. In dem Irrglauben dass diese das eigentliche Gewicht tragen müssen, verdirbt man sich mit einschneidenden Erlebnissen und schmerzendem Rücken den Tag.
Messen und Denken wären ein Anfang!
Übrigens: Der Buchstabe allein sagt nichts über die Körbchengröße aus (ebenso bei der Zahl, die nichts mit der "Größe" zu tun hat ;) ). 60 D ist ein gänzlich anderes D als 95 D (Zuwachs des Cups je nächsthöherer Zahl : 2 cm). Und genau deswegen bin ich kein Alien!
Es leben die britischen Online-Shops!
Sammelstelle für Erleuchtungen, mentalem Abfall und cerebraler Stoffwechselendprodukte des Tages...
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25.10.2010
24.05.2008
Mütter = Monster?
Ein kleines Cafe in B., meine Freundin sitzt mir gegenüber an einem der Tische an denen wir schon während des schulischen Blaumachens gesessen haben. Das ist über 150 Jahre her. Jedenfalls kommt es mir so vor. Während ihr Blick unablässig über die Einkaufsmeile schweift um bekannte Lästerobjekte zu entdecken, meint sie beiläufig dass es Zeit würde mal meine Kartons aus ihrem Keller zu holen. Die stehen dort seit sie in meine alte Wohnung gezogen ist, damals 2001. Schuldbewusst nickend stelle ich ahnungslos fest dass sie sicherlich den Platz braucht und verspreche sie bald abzuholen, so in den nächsten 5 Jahren vielleicht.
“Nein, der Platz im Keller ist kein Problem, aber die Wohnung wird mir mit drei Kindern sicherlich zu eng” erwidert sie mit einem Mona Lisa-Lächeln im Gesicht. “Halt” denke ich alarmiert, “die wird doch nicht etwa…. “. Doch, sie wird. Auf meine Frage ob ich gratulieren oder Trost spenden soll, folgt ein durch Hormone gesteuertes “Beides”, begleitet von einem entrückten Grinsen, das mir verrät dass ich ein Opfer der Gestagene vor mir habe, hoffnungslos verloren.
Gerade als die Füße dieses Opfers wieder halbwegs fest auf dem Boden des Beruflebens stehen, nach dem Knick den Kinder halt so mit sich bringen. Ich überschlage heimlich die Zahl der kinderlosen Freundinnen die mir noch geblieben sind und überlege dass ich in Zukunft meine Zeit wohl weiterhin überwiegend mit Männern verbringen werde. Aber das ist ein anderes Thema. Die Anzahl der Frauen ohne Nachkommenschaft in meinem Umfeld fällt, nüchtern betrachtet, mau aus. Irgendwie scheine ich der einzige bevölkerungstechnische Blindgänger meines Jahrgangs zu sein, seit Caro letztes Jahr nach Süddeutschland gezogen ist.
In meinem Alter ist die Möglichkeit von einem Tiger gefressen zu werden größer als die, eine Freundin zu treffen die keine Kinder will.
Ja, ich bin Egoist. Eigentlich sollte ich wohl jetzt in einen Freudentaumel ausbrechen, sie umarmen und ihr die Dinge sagen, die Frauen in diesem Zustand hören wollen. Aber nicht mit mir. Sie sollte mich besser kennen und es mir nicht übel nehmen dass ich ein Gesicht ziehe als ob die Welt unter geht. Weiber.
Auf dem Rückweg zum Auto verfalle ich in Grübeln darüber wie sich die Menschen um mich herum in den letzten 10 Jahren verändert haben. Dabei fällt mir auf, dass es zwischen diesen gebärfreudigen Damen noch einmal himmelweite Unterschiede gibt. Während ich den Parkautomaten füttere, unterteile ich sie in Gruppen. Die eine Gruppe sind Frauen, die ich grob umfassend als “Freundinnen” bezeichne. Auf der anderen Seite stehen die Frauen von “Freunden”, die weitaus schlimmere Variante. Ich denke als erstes an Birgit, die am ehesten das Mutterbild verkörpert, das meine Generation hervor gebracht hat. Birgit ist Beamtin, intelligent, emanzipiert und was heute noch so alles verlangt wird. Vor eineinhalb Jahren schenkte sie einem Wunderkind das Leben. Der Tag an dem Mark seine Männlichkeit verlor. Mark ist ein guter Freund, jedenfalls das was von ihm übrig ist. Seitdem diese Frau zur Mutter mutierte, hat er nichts mehr zu Lachen. Neulich durfte Mark Besuch empfangen, Birgit war aushäusig und Mark hatte die Erlaubnis Menschen zu treffen, die nicht Birgit ausgesucht hat. Als Henrik das Bad besucht, kommt Birgit nach Hause. Die Jacke noch an, das quengelnde Wunderkind noch auf dem Arm, postiert sie sich vor der Badezimmertür. Mir schwant Fürchterliches. Die Tür geht auf und noch bevor Henrik auch nur einen Ton des Grußes über die Lippen bringt, setzt ein mittelgroßes Donnerwetter ein “Du kannst wohl nicht lesen” herrscht sie ihn an. Ich sitze stocksteif auf dem Sessel und versuche die Fassung zu bewahren, was wenn ich jetzt einen Lachanfall bekomme? Christophs süffisanten Grinsen ausweichend reiße ich mich zusammen.
“Ich hab von draußen genau sehen können dass du vor der Toilette gestanden hast!” Henrik zuckt bloß mit den Schultern und lässt Birgit in der Diele stehen, Diskussionen mit diesem Drachen führen einfach zu nichts. Birgits Augen schießen Blitze, unterstützt von ihrer Schwester Heike, die genauso penetrant glotzend in der Diele steht, wettert sie weiter “Der Spruch auf dem Klodeckel steht nicht aus Spaß darauf!” giftet sie. Jetzt kann ich nicht mehr. Um mich nicht auf dem Boden zu rollen und unter mich zu lassen, beschließe ich auf die Toilette zu gehen und den Text auf dem Deckel zu fotografieren. Ich muss ihn Henrik und allen die Mark kennen, heute Abend per E-Mail schicken. Immer noch blockiert Birgit die Tür. Meinem “Darf ich mal, ich setze mich auch hin” erwidert sie nichts und sieht mich an wie ein lästiges Insekt. In ihren Augen bin ich eine Nestbeschmutzerin, eine die Männer versteht, Kinder frisst und zu schnelle Autos fährt. Als ich vor dem Kübel stehe, kann ich nicht mehr. In bunten Buchstaben, mit einer putzigen Karikatur versehen, steht dort mahnend: “Ob Groß ob Klein – Sitzen muss sein”. Bei mir hakt was aus. Ganz kurz kommt mir der Gedanke daneben zu pinkeln. Fluchtartig verlassen wir, uns innerlich tot lachend den Ort des Grauens. Die traurige Gestalt von Mark, die von der Tür aus hinter uns her winkt, verblasst vor meinem inneren Auge als mich eine Hupe aus den Gedanken reißt. Schade um diesen Mann, aber er hat es für sich so gewollt.
An der nächsten Kreuzung schweife ich schon wieder ab. Mir kommt Christian in den Sinn. Ein Bild von einem Mann, heute leider nur noch eine schlechte Kopie. Kirsten hat ihm nämlich die Flügel gestutzt. In der Hoffnung dass die Nörgeleien nach Kindern durch Kinder ein Ende finden, hat er sich breitschlagen lassen. Eigentlich wollte er keine. Jetzt hat er den Salat. Während ich im Stau stehe, ziehen die ausgemergelten Körper von meinen Freunden an mir vorbei, die einmal Männer gewesen sind. Ausgebeutet und verhärmt. Ausgespuckt von einer Bastion Frauen die denken dass ihnen alles gehört. Der Mann, der Herd, die Küche, die gut bezahlte Halbtagsstelle. Manchmal ertappe ich mich dabei wie ich mich frage wie sie das anstellen. Wie bringen sie ihre Männer dazu ihnen so zu gehorchen? Bei Christian und Frank weiß ich warum. Beide haben in einem Anfall von geistiger Umnachtung ihre Firmen auf ihre Frauen überschrieben. Im Glauben bei einer Bauchlandung damit fein raus zu sein, haben sie ihr Leben verpfändet. Einmal erhaschte ich zufällig den Satz “Gehen kann ich nicht, Simone zieht mir das letzte Hemd aus”. Daher weht also der Wind. Zugegeben wird solch pikante Einsicht nur im Beisein von Leidensgenossen. Kinderlosen wird gerne vorgegaukelt wie toll so ein Leben doch ist. “Du weißt gar nicht was du verpasst” Das wüßt ich aber. Auch alle meine Freundinnen haben lange versucht mir eine Mutterschaft schmackhaft zu machen. Auf mich haben sie dabei, mit grünlich besudeltem Spucktuch über den Schultern, keinen großen Eindruck gemacht. Die wollen doch bloß dass man mit ihnen in einem Boot sitzt.
Als ich an der Ausfahrt stehe muss ich an Carina, Yvonne und Sandra denken. Auch Carina, Yvonne und Sandra haben einen Pulk von Kindern um sich herum. Die Männer sucht man vergebens. Haben sich alle davon gemacht nachdem ihre Sahneschnitten zu nörgelnden Sauertöpfen mutiert sind. Manchmal geht die Unterwerfung der Männer wohl doch daneben.
Hin und wieder trifft man bei dem Besuch der Mutter zwangsläufig auf die Mütter der kinderreichen Freundinnen. In den mitleidig lächelnden Gesichtern kann ich geradezu ihre rotierenden Gedankengänge lesen. “Kann die nicht?“ Nein, die will einfach nicht! Der Ausspruch dass ich auf keinen Fall Kinder wollte, wird mit einem milden Mona Lisa-Lächeln quittiert. Da ist es wieder. Auch potenzielle Großmütter werden davon befallen. Besonders herausragend tut sich in dieser Großmutter-Herde die Mutter von Tanja hervor. Jedes Mal wenn ich sie treffe, schafft sie es mir einen Haufen Kinderfotos unter die Nase zu halten bevor ich das Weite suchen kann. Ob sie mein gelangweiltes Gesicht dabei übersieht oder ob es ihr egal ist, ist mir schleierhaft. Einmal verstecke ich mich im Supermarkt erfolgreich hinter einem Regal. Als die Luft rein und die Gefahr durch ein anderes Opfer gebannt ist, verlasse ich erleichtert meinen Posten. Gerade als ich um die Ecke biege kommt mir eine weitere Vertreterin der Großmutter-Riege entgegen. “Na, ist es bei dir auch endlich so weit? ” Fassungslos starre ich auf die Regale hinter denen ich hervor gekrochen komme. Die ganze Reihe ist gesäumt mit Pampers und Babynahrung. Dass die Wölbung unter meinem T-Shirt der Knoten meines umgebundenen Pullovers ist, verkneife ich mir und nehme die Beine in die Hand.
Als ich in meine Straße einbiege kommen mir die Nachbarn entgegen. Während er verzückt den Kinderwagen schiebt, ermahnt sie die größeren Kinder nicht über die Straße zu laufen. Verstohlen tätschelt sie seinen Hintern. Als ich um die Ecke biege denke ich erschrocken “Nette Familie!” ;)
“Nein, der Platz im Keller ist kein Problem, aber die Wohnung wird mir mit drei Kindern sicherlich zu eng” erwidert sie mit einem Mona Lisa-Lächeln im Gesicht. “Halt” denke ich alarmiert, “die wird doch nicht etwa…. “. Doch, sie wird. Auf meine Frage ob ich gratulieren oder Trost spenden soll, folgt ein durch Hormone gesteuertes “Beides”, begleitet von einem entrückten Grinsen, das mir verrät dass ich ein Opfer der Gestagene vor mir habe, hoffnungslos verloren.
Gerade als die Füße dieses Opfers wieder halbwegs fest auf dem Boden des Beruflebens stehen, nach dem Knick den Kinder halt so mit sich bringen. Ich überschlage heimlich die Zahl der kinderlosen Freundinnen die mir noch geblieben sind und überlege dass ich in Zukunft meine Zeit wohl weiterhin überwiegend mit Männern verbringen werde. Aber das ist ein anderes Thema. Die Anzahl der Frauen ohne Nachkommenschaft in meinem Umfeld fällt, nüchtern betrachtet, mau aus. Irgendwie scheine ich der einzige bevölkerungstechnische Blindgänger meines Jahrgangs zu sein, seit Caro letztes Jahr nach Süddeutschland gezogen ist.
In meinem Alter ist die Möglichkeit von einem Tiger gefressen zu werden größer als die, eine Freundin zu treffen die keine Kinder will.
Ja, ich bin Egoist. Eigentlich sollte ich wohl jetzt in einen Freudentaumel ausbrechen, sie umarmen und ihr die Dinge sagen, die Frauen in diesem Zustand hören wollen. Aber nicht mit mir. Sie sollte mich besser kennen und es mir nicht übel nehmen dass ich ein Gesicht ziehe als ob die Welt unter geht. Weiber.
Auf dem Rückweg zum Auto verfalle ich in Grübeln darüber wie sich die Menschen um mich herum in den letzten 10 Jahren verändert haben. Dabei fällt mir auf, dass es zwischen diesen gebärfreudigen Damen noch einmal himmelweite Unterschiede gibt. Während ich den Parkautomaten füttere, unterteile ich sie in Gruppen. Die eine Gruppe sind Frauen, die ich grob umfassend als “Freundinnen” bezeichne. Auf der anderen Seite stehen die Frauen von “Freunden”, die weitaus schlimmere Variante. Ich denke als erstes an Birgit, die am ehesten das Mutterbild verkörpert, das meine Generation hervor gebracht hat. Birgit ist Beamtin, intelligent, emanzipiert und was heute noch so alles verlangt wird. Vor eineinhalb Jahren schenkte sie einem Wunderkind das Leben. Der Tag an dem Mark seine Männlichkeit verlor. Mark ist ein guter Freund, jedenfalls das was von ihm übrig ist. Seitdem diese Frau zur Mutter mutierte, hat er nichts mehr zu Lachen. Neulich durfte Mark Besuch empfangen, Birgit war aushäusig und Mark hatte die Erlaubnis Menschen zu treffen, die nicht Birgit ausgesucht hat. Als Henrik das Bad besucht, kommt Birgit nach Hause. Die Jacke noch an, das quengelnde Wunderkind noch auf dem Arm, postiert sie sich vor der Badezimmertür. Mir schwant Fürchterliches. Die Tür geht auf und noch bevor Henrik auch nur einen Ton des Grußes über die Lippen bringt, setzt ein mittelgroßes Donnerwetter ein “Du kannst wohl nicht lesen” herrscht sie ihn an. Ich sitze stocksteif auf dem Sessel und versuche die Fassung zu bewahren, was wenn ich jetzt einen Lachanfall bekomme? Christophs süffisanten Grinsen ausweichend reiße ich mich zusammen.
“Ich hab von draußen genau sehen können dass du vor der Toilette gestanden hast!” Henrik zuckt bloß mit den Schultern und lässt Birgit in der Diele stehen, Diskussionen mit diesem Drachen führen einfach zu nichts. Birgits Augen schießen Blitze, unterstützt von ihrer Schwester Heike, die genauso penetrant glotzend in der Diele steht, wettert sie weiter “Der Spruch auf dem Klodeckel steht nicht aus Spaß darauf!” giftet sie. Jetzt kann ich nicht mehr. Um mich nicht auf dem Boden zu rollen und unter mich zu lassen, beschließe ich auf die Toilette zu gehen und den Text auf dem Deckel zu fotografieren. Ich muss ihn Henrik und allen die Mark kennen, heute Abend per E-Mail schicken. Immer noch blockiert Birgit die Tür. Meinem “Darf ich mal, ich setze mich auch hin” erwidert sie nichts und sieht mich an wie ein lästiges Insekt. In ihren Augen bin ich eine Nestbeschmutzerin, eine die Männer versteht, Kinder frisst und zu schnelle Autos fährt. Als ich vor dem Kübel stehe, kann ich nicht mehr. In bunten Buchstaben, mit einer putzigen Karikatur versehen, steht dort mahnend: “Ob Groß ob Klein – Sitzen muss sein”. Bei mir hakt was aus. Ganz kurz kommt mir der Gedanke daneben zu pinkeln. Fluchtartig verlassen wir, uns innerlich tot lachend den Ort des Grauens. Die traurige Gestalt von Mark, die von der Tür aus hinter uns her winkt, verblasst vor meinem inneren Auge als mich eine Hupe aus den Gedanken reißt. Schade um diesen Mann, aber er hat es für sich so gewollt.
An der nächsten Kreuzung schweife ich schon wieder ab. Mir kommt Christian in den Sinn. Ein Bild von einem Mann, heute leider nur noch eine schlechte Kopie. Kirsten hat ihm nämlich die Flügel gestutzt. In der Hoffnung dass die Nörgeleien nach Kindern durch Kinder ein Ende finden, hat er sich breitschlagen lassen. Eigentlich wollte er keine. Jetzt hat er den Salat. Während ich im Stau stehe, ziehen die ausgemergelten Körper von meinen Freunden an mir vorbei, die einmal Männer gewesen sind. Ausgebeutet und verhärmt. Ausgespuckt von einer Bastion Frauen die denken dass ihnen alles gehört. Der Mann, der Herd, die Küche, die gut bezahlte Halbtagsstelle. Manchmal ertappe ich mich dabei wie ich mich frage wie sie das anstellen. Wie bringen sie ihre Männer dazu ihnen so zu gehorchen? Bei Christian und Frank weiß ich warum. Beide haben in einem Anfall von geistiger Umnachtung ihre Firmen auf ihre Frauen überschrieben. Im Glauben bei einer Bauchlandung damit fein raus zu sein, haben sie ihr Leben verpfändet. Einmal erhaschte ich zufällig den Satz “Gehen kann ich nicht, Simone zieht mir das letzte Hemd aus”. Daher weht also der Wind. Zugegeben wird solch pikante Einsicht nur im Beisein von Leidensgenossen. Kinderlosen wird gerne vorgegaukelt wie toll so ein Leben doch ist. “Du weißt gar nicht was du verpasst” Das wüßt ich aber. Auch alle meine Freundinnen haben lange versucht mir eine Mutterschaft schmackhaft zu machen. Auf mich haben sie dabei, mit grünlich besudeltem Spucktuch über den Schultern, keinen großen Eindruck gemacht. Die wollen doch bloß dass man mit ihnen in einem Boot sitzt.
Als ich an der Ausfahrt stehe muss ich an Carina, Yvonne und Sandra denken. Auch Carina, Yvonne und Sandra haben einen Pulk von Kindern um sich herum. Die Männer sucht man vergebens. Haben sich alle davon gemacht nachdem ihre Sahneschnitten zu nörgelnden Sauertöpfen mutiert sind. Manchmal geht die Unterwerfung der Männer wohl doch daneben.
Hin und wieder trifft man bei dem Besuch der Mutter zwangsläufig auf die Mütter der kinderreichen Freundinnen. In den mitleidig lächelnden Gesichtern kann ich geradezu ihre rotierenden Gedankengänge lesen. “Kann die nicht?“ Nein, die will einfach nicht! Der Ausspruch dass ich auf keinen Fall Kinder wollte, wird mit einem milden Mona Lisa-Lächeln quittiert. Da ist es wieder. Auch potenzielle Großmütter werden davon befallen. Besonders herausragend tut sich in dieser Großmutter-Herde die Mutter von Tanja hervor. Jedes Mal wenn ich sie treffe, schafft sie es mir einen Haufen Kinderfotos unter die Nase zu halten bevor ich das Weite suchen kann. Ob sie mein gelangweiltes Gesicht dabei übersieht oder ob es ihr egal ist, ist mir schleierhaft. Einmal verstecke ich mich im Supermarkt erfolgreich hinter einem Regal. Als die Luft rein und die Gefahr durch ein anderes Opfer gebannt ist, verlasse ich erleichtert meinen Posten. Gerade als ich um die Ecke biege kommt mir eine weitere Vertreterin der Großmutter-Riege entgegen. “Na, ist es bei dir auch endlich so weit? ” Fassungslos starre ich auf die Regale hinter denen ich hervor gekrochen komme. Die ganze Reihe ist gesäumt mit Pampers und Babynahrung. Dass die Wölbung unter meinem T-Shirt der Knoten meines umgebundenen Pullovers ist, verkneife ich mir und nehme die Beine in die Hand.
Als ich in meine Straße einbiege kommen mir die Nachbarn entgegen. Während er verzückt den Kinderwagen schiebt, ermahnt sie die größeren Kinder nicht über die Straße zu laufen. Verstohlen tätschelt sie seinen Hintern. Als ich um die Ecke biege denke ich erschrocken “Nette Familie!” ;)
08.04.2007
Frustration
Komplexer Erlebenszustand des Individuums nach Behinderung oder erzwungenem Verzicht der Befriedigung und Erfüllung von Triebbedürfnissen bzw. Verhaltensmotiven. Der Zustand der Frustration kann entweder als intervenierende Variable (Motivvariable) aus seinen Folgen erschlossen oder auch direkt erfaßt werden, z.B. mit Hilfe psychophysiologischer Messungen. Er ist von der Frustrationstoleranz eines Individuums abhängig, d.h. von der individuellen Fähigkeit, frustrierende Bedingungen (z.B. Gewaltandrohung, Mangel an Befriedigungsgelegenheiten, rigide Gewissensanforderungen oder unsystematischer Wechsel von Belohnung und Bestrafung) zu ertragen. Mit Hilfe von sozialpsychologischen und lerntheoretischen Ansätzen werden heute insbesondere die Folgen von Frustrationen auf das Verhalten von alleingelassenen Blogs untersucht. Die Frustrations-Agressionshypothese geht davon aus, daß Aggressionen grundsätzlich als Frustrationsfolgen auftreten. Die Frustrations-Regressionshypothese stellt als zentrale Frustrationswirkung die Regression in den Mittelpunkt, d.h. das Zurückfallen des Individuums auf frühere, unreifere Entwicklungsstufen des Organismus sowie auf einfachere Lern- und Verhaltensmuster. Die Frustrations-Fixierungs-Hypothese betont, daß die unter Frustrationsbedingungen auftretenden Verhaltensweisen fixiert und von daher in der Folge auch dann beibehalten werden, wenn sie sinnlos bzw. situationsunangemessen geworden sind.
Is doch logisch, oder?
Is doch logisch, oder?
03.12.2006
Einkaufen
Wie fast alles im Reich der Unterbelichteten bietet das Einkaufen einem ganz besondere Eindrücke. Ob im Bau- oder Supermarkt, die letzte Hürde im Speziellen lauert unmittelbar vor dem Ausgang: Die Kasse! Nachdem man alles Nötige in seinem Wagen verstaut, sich über plötzlich bremsende, im Weg stehende Mitmenschen oder fehlende Artikel geärgert und sich auf den Weg zur Kasse gemacht hat, peinigt einen als erstes die Auswahl wo man sich anstellt. Auch wenn man tief im Inneren eigentlich weiß, dass es im Grunde schnurz ist und es meist doch nicht schneller geht, wägt man in seiner Naivität trotzdem ab. Zur Linken wartet eine Person mit zwei Schächtelchen Zigaretten und einer von Irgendwas, zur Rechten drei Gestalten mit proppevollen Einkaufswagen. Wie schon so oft fällt man auf die einem vorgegaukelte Logik herein und wählt die kürzere Schlange. Hat man sich solchermaßen in die Irre führen lassen, nimmt das Unheil seinen Lauf und die Prozedur beginnt: Die Kassiererin nimmt das erste Päckchen und zieht es über den Barcodeleser, "Piep" und der Kassenzettel rattert. Das Zweite, "Piep" und der Kassenzettel rattert. Beim Dritten aber verweigert das "Piep" sein Erklingen. Nach zwei weiteren unfruchtbaren Versuchen beschließt die gemeine Unterbelichtete an der Kasse, solchermaßen überfordert, dass arbeitsverweigernde Kassen nichts in ihrem Horizont zu suchen haben und fragt ihr Pendant an der Nebenkasse (an der, wie man nicht weiter erwähnen muss bereits der zweite proppevolle Wagen auf dem Band liegt) um Hilfe. Nun ist es selten eine Frage der Kollegialität ob diese Hilfe gewährt wird, sondern erstens eine der Kompetenz eine arbeitsverweigernde Kasse zu bändigen und zweitens ob es sich lohnt sich mit dieser Kompetenz gebührend zu profilieren. Wie es an solchen Tagen Pflicht zu sein scheint, kann man auch von der Kollegin keine Hilfe erwarten und muss, einen Anflug von Ungeduld unterdrückend, mit ansehen wie die hilflose Person einen Telefonhörer zwischen die pink lackierten Krallen nimmt und den Filialleiterassistenten herbeizitiert. Dieser, sich seiner höchstwichtigen Position bewusst, braucht geschlagene 5 Minuten bevor er die sich mittlerweile gebildete, mit den Füßen scharrende Schlange mit seiner Anwesenheit beehrt und jovial nach dem Grund seines Begehrtwerdens fragt. Nachdem geklärt ist dass das Schächtelchen Irgendwas nicht als Artikel im System gefunden wird, macht sich der Bändiger der arbeitsverweigerden Kassen auf den Weg den Preis herauszufinden und ward nicht mehr gesehen. Man könnte den Versuch wagen an die andere Kasse zu wechseln, aber just in dem Moment in dem sich der Gedanke in den Hirnwindungen geformt hat, stellen sich zwei weitere proppevolle Einkaufswagen an. Nach schier endlosen Minuten, der Inhalt des dritten proppevollen Einkaufwagens der Nebenkasse wird gerade in Tüten verstaut, erscheint dieses sonnige Gemüt mit dem Preis und die Kassiererin nimmt die ihr angestammte Tätigkeit wieder auf. Während der Vordermann verzweifelt nach Bargeld sucht und anschließend eine EC-Karte zückt, überlegt man sich in einem Moment des Aufbegehrens sich dazu durchzuringen seine bereits auf das Band gelegten Sachen zusammenzuraffen und an die andere Kasse zu wechseln, aber just in dem Moment in dem sich der Gedanke in den Hirnwindungen geformt hat ... siehe oben... Nachdem das EC-Gerät gebändigt, sämtliche Payback-Karten und Coupons durchgerattert wurden und der Vordermann erleichtert das Weite gesucht hat, steigt die Hoffnung den Ort der Pein baldigst zu verlassen steil an, um nach dem ersten gescannten Teil jäh wieder in Bodenlose zustürzen. Wie es das Gesetz des Einkaufens im Reich der Unterbelichteten vorsieht, ist die Papierrolle der Kasse am Ende ihres Seins angelangt und alle Chancen die Kasse doch noch zu wechseln zunichte gemacht. Mit zittrigen pink lackierten Krallen nestelt die Kassen-Else an der Rolle herum und ignoriert stoisch die unwirschen Kommentare der genervten Kunden. Sich am Ziel wähnend weil die Rolle ordnungsgemäß ausgetauscht wurde, ärgert man sich nicht einmal mehr über ein hingeschnoddertes "Hamses' nich Kleinääär??" oder über die fehlendes Tüten, man wischt sich den Schweiß von der Stirn, verstaut irgendwie seine Habseeligkeiten und begibt sich zum Parkplatz, wo schon die nächste Geschichte auf einen wartet.
Später kann ich meine Mitmenschen einmal mehr aus der Füßgängerperspektive beobachten. Dabei fällt mir auf dass es in der Fußgängerzone noch übler zugeht als auf unseren Straßen. So viele Blindgänger auf einem Haufen trifft man noch nicht einmal auf der A 40 im Feierabendverkehr. Aufgebrezelte Schrabnellen mit kniehohen Besorgs-mir-sofort-hier-Stiefeln klotschen arschwackelnd übers Pflaster und stieren dabei mit halbgescheitem Dumpfbackenblick in die Schaufenster. Nachwuchs-Schlampen stellen ihre über den Hüfthosenbund quellende Nichttaillen zur Schau, das sind sie, die Dialyse-Patienten von morgen. Es lebe das Online-Shopping!
Vor der Bäckerei im Bahnhof sitzt ein pädophiler alter Sack mit weißem Bart und rotem Mantel und schaukelt ein schreiendes Kind nach dem anderen auf seinem Schoß. Die Eltern die das zulassen sollte man allesamt wegen Kuppelei einsperren. Verkaufen für einen Sack voll Geschenke ihre Gören, so weit ist es schon gekommen im Hartz 4 - Ländle.
Der Weg nach Hause verläuft erstaunlicherweise ohne größere Ärgernisse, ein Gang durch die Innenstadt scheint die Toleranz zu heben.
Für Carol
Später kann ich meine Mitmenschen einmal mehr aus der Füßgängerperspektive beobachten. Dabei fällt mir auf dass es in der Fußgängerzone noch übler zugeht als auf unseren Straßen. So viele Blindgänger auf einem Haufen trifft man noch nicht einmal auf der A 40 im Feierabendverkehr. Aufgebrezelte Schrabnellen mit kniehohen Besorgs-mir-sofort-hier-Stiefeln klotschen arschwackelnd übers Pflaster und stieren dabei mit halbgescheitem Dumpfbackenblick in die Schaufenster. Nachwuchs-Schlampen stellen ihre über den Hüfthosenbund quellende Nichttaillen zur Schau, das sind sie, die Dialyse-Patienten von morgen. Es lebe das Online-Shopping!
Vor der Bäckerei im Bahnhof sitzt ein pädophiler alter Sack mit weißem Bart und rotem Mantel und schaukelt ein schreiendes Kind nach dem anderen auf seinem Schoß. Die Eltern die das zulassen sollte man allesamt wegen Kuppelei einsperren. Verkaufen für einen Sack voll Geschenke ihre Gören, so weit ist es schon gekommen im Hartz 4 - Ländle.
Der Weg nach Hause verläuft erstaunlicherweise ohne größere Ärgernisse, ein Gang durch die Innenstadt scheint die Toleranz zu heben.
Für Carol
12.08.2006
Magenta Part 3
Der Grund warum wir uns zur Beendung dieser freudlosen Symbiose entschlossen, war der, dass die Toleranzgrenze auch bei den geduldigsten Menschen irgendwann erreicht ist.
Weil wir es wagten nach 4 Jahren noch ein letztes Mal unseren Standort zu wechseln, der sich noch dazu in einer anderen Stadt befand, waren alle Fähigkeiten dieses Unternehmens erschöpft.
Ich hielt mich für unheimlich vorausschauend weil ich mich schon zwei Monate vor dem Umzug um den Telefonanschluss bemühte. Nun sollte auch endlich das Problem des Anschlussinhabers beendet werden. Das Gespräch lief reibungslos und ich war voller Zuversicht dass dieses Mal alles ohne Probleme über die Bühne gehen sollte. Woher ich diese alberne Zuversicht nahm ist mir bis heute nicht ganz klar, denn schon die Auftragsbestätigung, welche mal wieder an die falsche Adresse geschickt wurde, enthielt beharrlich immer noch die Geschäftsführerin als Anschlussinhaber. Nach unzähligen Gesprächen, die ergaben dass der Gesprächspartner nur ratlos mitteilen konnte dass er den Namen nicht ändern kann, wurde mein Vorschlag den alten Anschluss zu kündigen und einen Anschluss als Neukunde zu erhalten dankbar angenommen.
Da ich kein Freund halber Sachen bin, bestellte ich das volle Programm inkl. DSL und Domainwechsel und versuchte zusätzlich noch zu erreichen dass auf dem alten Anschluss ein Band laufen sollte, welches unsere neue Nummer verkündet. Nach einigem Hin und Her, weil als Neukunde das Band am alten Anschluss nicht mehr kostenfrei sein sollte, wurde uns eine baldige Erledigung vorgegaukelt.
Leider stellte sich heraus dass in mir eine sehr leichtgläubige Seele zu wohnen scheint, es sollte wieder anders kommen...
Um der Rechnung zu widersprechen, die uns mittlerweile für die Bereitstellung des Anschlusses auf falschem Namen ins Haus flatterte, hängte ich mich wieder einmal in die Hotline. In weiser Voraussicht hatte ich schweinchenschlau den "alten" neuen Anschluss schriftlich storniert und den Faxbericht aufgehoben. Solchermaßen gewappnet schickte ich mich an, dem muffeligen Herrn am anderen Leitungsende klar zu machen dass dem Unternehmen mal wieder ein Irrtum unterlaufen war.
Ein kleines Weilchen redeten wir munter aneinander vorbei bis sich herausstellte dass unter beiden Namen mysteriöserweise bloß die Anschlüsse in der alten Stadt vorhanden waren. Der mit diesen Tatsachen konfrontierte muffelige Herr fing an ungehalten zu werden und nachdem ich ihm ins ungläubige Ohr schleuderte dass es sich um eine ganz andere Stadt als von ihm angenommen handeln würde, verfiel er in einen Ton der von einem drohenden Wutanfall seinerseits kündete. Nachdem er mir oberdreist unterstellte alles sei nur meine Schuld platzte mir der Kragen. Mit dem Satz "Ach ihr seid doch alle Scheiße" werde ich firmenintern heute noch aufgezogen. Alle weiteren bleiben unveröffentlicht weil nicht druckreif. Nachdem ich kurz davor war mit dem Fuß auf den Boden zu stampfen, das Telefon aus dem Fenster zu werfen oder eine Runde zu heulen, schrieb ich die Stornierungen für sämtliche Aufträge und legte meine blanken Nerven in die Hände eines anderen Anbieters, der uns auch prompt enttäuschte...
Bleibt noch anzumerken dass mit den Stornierungen die Angelegenheit selbstverständlich nicht beendet war und noch immer nicht ist und nach dem Umzug auf dem alten Anschluss ein Band lief dass auf eine uns völlig unbekannte Nummer verwies...
Die Rechnung für die von uns nicht beauftragten Anschlüsse ging natürlich durch sämtliche Instanzen...
Nachtrag:
Nun im Jahre 2007 sind wir, nachdem wir es haben drauf ankommen lassen, aus der Sache als heldenhafter Sieger hervorgegangen! Eine kleine Racheaktion hat sich dieser Laden allerdings noch erlaubt:
Der Wechsel zum anderen Anbieter ging, weil noch kein Anschluss im Neubau vorhanden, natürlich nicht ohne diesen irren Verein. Der letzte Akt war dann dass unser Neuanschluss auf den bestehenden Anschluss eines afrikanischen Call-Shops ein Haus weiter geschaltet wurde, so erklärte sich dann auch die Rechnung über 1.750,00 €, die folgen sollte (das in 3 Tagen und natürlich ohne dass in unseren Räumen der Anschluss funktionierte). Da wir glücklicherweise belegen konnten dass wir erstens noch gar nicht eingezogen waren und zweitens weder geschäftliche noch private Verbindungen nach Tansania, Äthiopien, Belgisch Kongo, und weiß der Geier wohin noch pflegen, kamen wir aus der Sache dann noch raus. Ich werfe die These in den Raum, dass Trommeln oder Rauchzeichen gar nicht so übel waren...
24.06.2006
Magenta Part 2
Nach einigen beschaulichen Jahren in Frieden und ohne nennenswerte Zwischenfälle war ich gezwungen meine Erlebnisse auf geschäftlicher Ebene zu vervollständigen.
Ein Fehler, der uns noch bis heute (5 Jahre nach seiner Entstehung) und nunmehr als Exkunde hinterher hinkt, wurde geboren weil die sich in Gründung befindliche GmbH als Anschlussinhaber vorübergehend auf die Geschäftsführerein zurückgreifen musste.
Als dann sämtliche Formalitäten erledigt waren und der Anschluss von nun an auf die Firma laufen sollte, stießen wir (wie uns erst später klar wurde) das erste Mal an sämtliche Grenzen. Da als Rechnungempfänger der Firmenname prangte, waren wir so naiv anzunehmen dass alles zur Zufriedenheit erledigt sei. Als sich im Laufe der Zeit herausstellte dass die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten wurde ein Umzug beschlossen, der uns eines Besseren belehren sollte.
Alles begann damit dass wir 2 Tage vor der geplanten Abschaltung in den bisher genutzen Räumlichkeiten urplötzlich nicht mehr telefonieren konnten. Ein Anruf zwecks Nachfrage ergab dass der Termin unerklärlicherweise zu früh gesetzt wurde. Nach 1 1/2 Vormittagen, an denen die Privathandys heiß liefen, fand endlich der Umzug statt. Als das Wochenende mit Auspacken und Einräumen vorüber war und der Betrieb wieder normal weitergehen sollte, rief uns der verzweifelte Nachbar des nunmehr ehemaligen Büro an, er könne nicht mehr telefonieren. Nach schier unendlichen Gesprächen und Auswendiglernen der Warteschleifenmelodie, stellte sich heraus dass fälschlicherweise die Nachbarräume unserer alten Adresse komplett abgeschaltet wurden. Die darauf folgenden Gespräche fanden auf höherer Ebene statt und sorgten auch tatsächlich dafür dass der in Mitleidenschaft gezogene Schreinereibetrieb wieder am Netz der dämlichsten Firma Deutschlands hing.
Wir jedoch nicht mehr!! Man hatte unseren Anschluss doch allen Ernstes wieder mit zurück geschaltet! Abschließend bleibt nur noch mitzuteilen dass, nachdem dieser bedauerliche Irrtum beseitigt wurde, der Privatanschluss der o. g. Geschäftsführerin nicht mehr funktionierte..
14.06.2006
Halbstarke
In den letzten Jahren hat die Riege der halbstarken Unterbelichteten eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Proportional zu den Spritpreisen verlagerte sich die Geldausgabe von sichtbaren zu hörbaren Tuning. Während Ende der 80er bis Mitte der 90er die Straßen noch 13 Zöller und Heckspoiler dominierten, herrscht heute Multimedia. Inspiriert durch hochgeistige Sendungen wie "Pimp my Ride" in denen normale bis schrottreife Fahrzeuge fachgerecht bis zur Unkenntlichkeit "verstümmelt" werden, muss sich der heutige halbstarke Unterbelichtete entscheiden zwischen DVD-Player integriert im Wasserfall und der Riesenfelge, die den untermotorisierten Kleinstwagen aussehen lässt wie Kinderwagen aus den 20ern des letzten Jahrhunderts.
Schwärmte man früher noch von 45-Weber-Doppelvergasern und gelben Koni-Dämpfern, so ist heute ein Rattenschwanz von Lichtlein und Displays notwendig um überhaupt noch mitreden zu können. Alles in allem ist jedoch vieles unverändert geblieben, die dröhneden Bässe die die Bürgersteigplatten neben der Ampel verschieben, der abgelegte Ellbogen im geöffneten Fenster und vor allem die locker lässige Sitzhaltung, die in mir jedes Mal den Wunsch keinem lässt der sich so Lümmelde säße auf einem Fahrrad, damit ich ihm einen Stock zwischen die Speichen werfen könnte. Diese zur Fahrzeugmitte geneigte, in den Sitz gelehnte Haltung wird vollendet mit dem schluffigen Griff in die Mitte des Lenkrads. Die Rechte lehnt auf dem Schalthebel um das Bild des endcoolen Fahrers von Welt abzurunden, besonders hervor tut sich bei dieser Lage die Position des Kopfes, der anmutet als sei das linke Ohr an der Schulter festgewachsen. Beachtenswert ist dabei nur die Tatsache dass diese Schräglage, die jegliche Anatomie mißachtet, keine Schäden an der Wirbelsäule hervorruft. Ganz besonders dämlich sieht diese Haltung bei dem weiblichen Teil dieser Spezies aus, während der männliche Part dabei allenfalls lächerlich davon kommt.
Eines wird sich ebenfalls wohl nie ändern, es wird immer den Tross der Durchschnittsbürger geben die fingerzeigend am Bürgersteig stehen und kopfschüttelnd das Ende der Welt verkünden sobald auch nur ein 18-25-jähriger am Steuer sitzt.
Schwärmte man früher noch von 45-Weber-Doppelvergasern und gelben Koni-Dämpfern, so ist heute ein Rattenschwanz von Lichtlein und Displays notwendig um überhaupt noch mitreden zu können. Alles in allem ist jedoch vieles unverändert geblieben, die dröhneden Bässe die die Bürgersteigplatten neben der Ampel verschieben, der abgelegte Ellbogen im geöffneten Fenster und vor allem die locker lässige Sitzhaltung, die in mir jedes Mal den Wunsch keinem lässt der sich so Lümmelde säße auf einem Fahrrad, damit ich ihm einen Stock zwischen die Speichen werfen könnte. Diese zur Fahrzeugmitte geneigte, in den Sitz gelehnte Haltung wird vollendet mit dem schluffigen Griff in die Mitte des Lenkrads. Die Rechte lehnt auf dem Schalthebel um das Bild des endcoolen Fahrers von Welt abzurunden, besonders hervor tut sich bei dieser Lage die Position des Kopfes, der anmutet als sei das linke Ohr an der Schulter festgewachsen. Beachtenswert ist dabei nur die Tatsache dass diese Schräglage, die jegliche Anatomie mißachtet, keine Schäden an der Wirbelsäule hervorruft. Ganz besonders dämlich sieht diese Haltung bei dem weiblichen Teil dieser Spezies aus, während der männliche Part dabei allenfalls lächerlich davon kommt.
Eines wird sich ebenfalls wohl nie ändern, es wird immer den Tross der Durchschnittsbürger geben die fingerzeigend am Bürgersteig stehen und kopfschüttelnd das Ende der Welt verkünden sobald auch nur ein 18-25-jähriger am Steuer sitzt.
31.05.2006
Frauen
Legt man die Vorurteile, Sagen und Mythen zu Grunde, die über die Frau am Steuer kursieren, multipliziert sie mit 10 und rundet sie großzügig auf, kommt man nicht annähernd an die Summe aller Nerven heran die die Menschheit auch nur ein einziges Exemplar dieser Gattung gekostet hat. Selten kann man so unentschlossene und unfähige Verkehrsteilnehmer beobachten, wie die gemeine Unterbelichtete. Ihr Schlachtfeld reicht von Feldweg zu Bundesstraße, von verkehrsberuhigter Zone zu Autobahn, man trifft sie in Parkhäusern und Waschanlagen wo sie sämtliche Verkehrsteilnehmer in Angst und Schrecken versetzen. Möchte man ihnen nahe bringen dass sie in öffentlichen Verkehrsmitteln besser aufgehoben wären, erwidert die Frau von heute dass sie statistisch gesehen die bessere Autofahrerin ist. Jedes Mal wenn dieser hirnlose Satz meine Ohren malträtiert, würde ich meinem Gegenüber liebend gerne in die hämisch grinsende Fresse hauen. Dass diese Statistik fürs Gesäß ist, sollte jedem klar sein der auch nur den Hauch eines Hirns besitzt. Denn erstens kann man die 3 Kilometer Geschleiche zum Kindergarten und nach Plus wohl kaum als fahren bezeichnen und zweitens traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast!
Frauen fallen aus der Statistik der Unfälle auf eine ganz raffinierte Weise heraus, sie bewegen sich auf der Straße als wären sie ganz allein auf weiter Flur und kümmern sich nicht um das Chaos welches sie hinter und neben sich verbreitet haben, wodurch sie in der Lage sind Unfälle zu verursachen, ohne selbst daran beteiligt zu sein (geschweige denn es zu merken).
Sie verharren beim Abbiegen minutenlang an freien Straßen um sich anschließend als Ausgeburt der Dreistigkeit vor das nächste Auto zu quetschen und dieses auf penetranteste Weise zum Kriechen zu zwingen.
Bei Überholvorgängen auf Autobahnen fädeln sie sich nahezu treffsicher vor den ach so bösen Drängler ein ohne zu kapieren dass dieser durch ihr Vorfahrtnehmen beinahe in der Leitplanke geparkt hätte. Anstatt den Fehler auch nur ansatzweise bei ihnen selbst zu suchen, echauffieren sie sich anschließend beim Kaffeeklatsch mit ihren Leidensgenossinnen über den schwanzlosen Drängler der es gewagt hat sie in ihrem Tiefschlaf zu stören.
Frauen fallen aus der Statistik der Unfälle auf eine ganz raffinierte Weise heraus, sie bewegen sich auf der Straße als wären sie ganz allein auf weiter Flur und kümmern sich nicht um das Chaos welches sie hinter und neben sich verbreitet haben, wodurch sie in der Lage sind Unfälle zu verursachen, ohne selbst daran beteiligt zu sein (geschweige denn es zu merken).
Sie verharren beim Abbiegen minutenlang an freien Straßen um sich anschließend als Ausgeburt der Dreistigkeit vor das nächste Auto zu quetschen und dieses auf penetranteste Weise zum Kriechen zu zwingen.
Bei Überholvorgängen auf Autobahnen fädeln sie sich nahezu treffsicher vor den ach so bösen Drängler ein ohne zu kapieren dass dieser durch ihr Vorfahrtnehmen beinahe in der Leitplanke geparkt hätte. Anstatt den Fehler auch nur ansatzweise bei ihnen selbst zu suchen, echauffieren sie sich anschließend beim Kaffeeklatsch mit ihren Leidensgenossinnen über den schwanzlosen Drängler der es gewagt hat sie in ihrem Tiefschlaf zu stören.
Gaffer
Wenn dem gemeinen Unterbelichteten auf dem stupiden Arbeitsweg einmal das unsagbare Glück widerfährt einen Unfall beobachten zu dürfen, feiert er einen innerlichen Reichsparteitag. Sämtliche Sorgen sind vergessen sobald er sich am Elend oder auch nur am Pech anderer Leute laben darf. Alle Sinne sind auf Höchstleistung gestellt wie die eines Spiones, der die geheimen Staatsakten entdeckt hat und saugen jedes Quentchen Elend auf wie ein Schwamm. Sämtliche Verkehrsregeln, die er noch vor fünf Minuten seinem Hintermann durch enervierende Schleichfahrten aufzuzwingen vermochte, sind außer Kraft gesetzt, es wird gebremst und geglotzt, was kümmert ihn der Hintermann der anhand der Vollbremsung mit den Füßen in seiner Ölwanne steht? Der Stau auf der Gegenfahrbahn hat schnell größere Ausmaße angenommen als der Unfall vermocht hätte, wie bedauerlich dass das Spektakel aufgrund des Verkehrs genauso schnell wie der allmonatliche Geschlechtsakt mit der migränekranken Gattin vorüber ist. Aber der Tag ist gerettet weil es anderen beschissen ging und man daran Anteil haben durfte. Ist es eigentlich nur im Reich der Unterbelichteten möglich dass ein vergessenes Warndreieck auf dem Randstreifen einen kilometerlangen Stau auslöst?
30.05.2006
Baustellen
Als beachtenswert ist auch das Verhalten des gemeinen Unterbelichteten anzusehen wenn eine Baustelle seinen Weg kreuzt. Es wird rücksichtslos gedrängelt und blockiert, als sei das allseits propagierte Reißverschlussverfahren gänzlich unbekannt oder nie existent gewesen. Jeder Meter ist heiliger Boden und wer es wagt ihn zu entweihen wird bedroht, beschimpft und genötigt. Hat man sich dann resigniert hinter einem Tross von heimlichen Verkehrserziehern eingeordnet, kommt man so schnell nicht mehr an ihnen vorbei weil sie sich erstens natürlich auf der linken, auf 2 m reduzierten, Spur befinden, zweitens nicht trauen die LKW auf der rechten Spur zu überholen und drittens es nicht schaffen innerhalb ihrer eigenen zu bleiben. Glaubt man dem Fahrverhalten dieser fahrkünstlerischen Blindgänger, steuern sie allesamt mindestens 40-Tonner oder gar Schwerlaster.
Falls in weiter Ferne ein Schild verkündet dass in 600 m eine Spur endet, schmeißen sich die Ersten schon hier todesmutig auf die verbleibende Spur und lassen keinen mehr darauf der es sich herausnimmt bis zum Ende zu fahren.
Falls in weiter Ferne ein Schild verkündet dass in 600 m eine Spur endet, schmeißen sich die Ersten schon hier todesmutig auf die verbleibende Spur und lassen keinen mehr darauf der es sich herausnimmt bis zum Ende zu fahren.
Arbeitsweg
Ist euch schon mal aufgefallen dass beinahe jeder Hirnlahme sich genau dann auf den Weg macht wenn man selbst unterwegs ist? Es fängt schon beim Abbiegen aus der Straße in der man wohnt an, der Blick nach links ist durch zwei lieblos hingeklatschte Glascontainer versperrt, die jedes Mal nach der Leerung 10 cm weiter im Weg stehen, der nach rechts durch den LKW mit Schrott, der eigentlich auch auf selbigen gehört und jeden Morgen den Wunsch aufkommen lässt seinem Besitzer einmal kräftig in den Arsch zu treten. Selbst wenn man die Möglichkeit hat sich mit diesem geistig zu duellieren, lässt man dieses Gespräch sehr schnell wieder fallen, denn man merkt unmittelbar nach dem ersten Wort dass er unbewaffnet ist.
Schafft man es ohne nennenswerte Blessuren aus dieser Straße zu kommen, steht man auch schon wieder wie festgenagelt vor einem von Abermillionen Verkehrshindernissen, kurz Ampel genannt. Wenn man sich dabei einmal unauffällig umsieht um sich seine Gleichgesinnten anzusehen, die sich auch jeden Morgen durch den Dschungel aus Blech und Idiotismus quälen, erfährt man warum es mit unserem Lande stetig bergab geht.
Hat man unter Schweiß und Tränen endlich den Autobahnzubringer erreicht sagt einem die von dementen Fahrradfahrern entwickelte „Pförtnerampel“ dass bei Grün nur ein Auto drüber darf weil der Durchschnittsdeutsche bekanntermaßen nicht einmal in der Lage ist auf eine Autobahn zu fahren ohne dabei seine Mitmenschen ins Grab zu bringen.
Der Tag zeigte schon von Beginn an sein freundlichstes Gesicht:
Die Baustelle auf der A40 wurde von Bastionen von Volltrotteln mit Tunnelblick heimgesucht. Ein besonderer Teilnehmer dieser Expedition fuhr ca. 5 Kilometer stur auf der linken Spur und litt offenbar an einem unruhigen rechten Fuß. Es schien als fuhr er dauerbremsend mit kurzen Unterbrechungen des Gasgebens und sobald auf der rechten Spur ein Fahrzeug zu erkennen war erweckte er den Anschein die Spuren wären beide bloß 1,50 breit. Jedes nervöse Aufleuchten des Bremslichtes riss mich aus dem Schlaf. Wäre er nicht rechtzeitig rausgefahren, ich hätte ihn amoklaufend gerammt.
Vor dem Kreisverkehr bewies eine Dame mittleren Alters einmal mehr ihre Weiblichkeit, keine Lücke war groß genug um hineinzupassen und die sich in ihm befindlichen Fahrzeuge fuhren mindestens 150.
Beim Bäcker versuchte sich eine dreiste Greisin vorzudrängeln in dem sie mir einfach ins Wort fiel, warum passiert mir das eigentlich immer?? Weil ich so gut gelaunt war schiss ich sie nach Strich und Faden zusammen, Miststück!
Nach der Arbeit, bei WAL-MART lungerten sämtliche Minderbemittelte der Stadt rum. Jeder zweite ALGII-Empfänger versuchte seinen Hungerlohn schon am ersten Tag auf den Kopp zu hauen. Warum kaufen Menschen die angeblich am Existenzminimum rumkriechen eigentlich so viel unbrauchbares Zeug? Die Wagen voll mit mülliger Weihnachtsdeko und Zigaretten. Das Jammern der Menschen über die politikerverursachte miese finanzielle Lage verhält sich proportional zu dem Schund im Einkaufswagen. Je größer die Not, desto mehr Scheiß wird gekauft. Packzeug, elendes!
Vor mir an der Kasse standen zwei blondierte Schlampen, die mich musterten als sei ich vor ihnen vom Himmel gefallen, hinter mir schrie sich ein rotznasiges Kleinkind die Lunge aus dem Hals und provozierte den Verlust seiner Stimmbänder.
Alles in allem ein schöner Tag. Als ich zuhause war dankte ich dass ich ihn überlebt hatte.
Schafft man es ohne nennenswerte Blessuren aus dieser Straße zu kommen, steht man auch schon wieder wie festgenagelt vor einem von Abermillionen Verkehrshindernissen, kurz Ampel genannt. Wenn man sich dabei einmal unauffällig umsieht um sich seine Gleichgesinnten anzusehen, die sich auch jeden Morgen durch den Dschungel aus Blech und Idiotismus quälen, erfährt man warum es mit unserem Lande stetig bergab geht.
Hat man unter Schweiß und Tränen endlich den Autobahnzubringer erreicht sagt einem die von dementen Fahrradfahrern entwickelte „Pförtnerampel“ dass bei Grün nur ein Auto drüber darf weil der Durchschnittsdeutsche bekanntermaßen nicht einmal in der Lage ist auf eine Autobahn zu fahren ohne dabei seine Mitmenschen ins Grab zu bringen.
Der Tag zeigte schon von Beginn an sein freundlichstes Gesicht:
Die Baustelle auf der A40 wurde von Bastionen von Volltrotteln mit Tunnelblick heimgesucht. Ein besonderer Teilnehmer dieser Expedition fuhr ca. 5 Kilometer stur auf der linken Spur und litt offenbar an einem unruhigen rechten Fuß. Es schien als fuhr er dauerbremsend mit kurzen Unterbrechungen des Gasgebens und sobald auf der rechten Spur ein Fahrzeug zu erkennen war erweckte er den Anschein die Spuren wären beide bloß 1,50 breit. Jedes nervöse Aufleuchten des Bremslichtes riss mich aus dem Schlaf. Wäre er nicht rechtzeitig rausgefahren, ich hätte ihn amoklaufend gerammt.
Vor dem Kreisverkehr bewies eine Dame mittleren Alters einmal mehr ihre Weiblichkeit, keine Lücke war groß genug um hineinzupassen und die sich in ihm befindlichen Fahrzeuge fuhren mindestens 150.
Beim Bäcker versuchte sich eine dreiste Greisin vorzudrängeln in dem sie mir einfach ins Wort fiel, warum passiert mir das eigentlich immer?? Weil ich so gut gelaunt war schiss ich sie nach Strich und Faden zusammen, Miststück!
Nach der Arbeit, bei WAL-MART lungerten sämtliche Minderbemittelte der Stadt rum. Jeder zweite ALGII-Empfänger versuchte seinen Hungerlohn schon am ersten Tag auf den Kopp zu hauen. Warum kaufen Menschen die angeblich am Existenzminimum rumkriechen eigentlich so viel unbrauchbares Zeug? Die Wagen voll mit mülliger Weihnachtsdeko und Zigaretten. Das Jammern der Menschen über die politikerverursachte miese finanzielle Lage verhält sich proportional zu dem Schund im Einkaufswagen. Je größer die Not, desto mehr Scheiß wird gekauft. Packzeug, elendes!
Vor mir an der Kasse standen zwei blondierte Schlampen, die mich musterten als sei ich vor ihnen vom Himmel gefallen, hinter mir schrie sich ein rotznasiges Kleinkind die Lunge aus dem Hals und provozierte den Verlust seiner Stimmbänder.
Alles in allem ein schöner Tag. Als ich zuhause war dankte ich dass ich ihn überlebt hatte.
15.05.2006
Magenta Part 1
Wer seit Anbeginn der Zeit einen analogen Telefonanschluss sein Eigen nennen darf und keine Veranlassung sieht dies zu ändern ist ein glücklicher Mensch.
Sollte er jedoch einmal in die Situation kommen diesen Anschluss zu ändern dem gnade Gott. Wer umzieht, seinen alten Anschluss auf ISDN umstellt oder gar ein Häusle baut dem sei gesagt dass sich die Ära des bisher friedlichen Daseins dem Ende zuneigt. Man wird Nerven an sich entdecken von denen man bisher nicht ahnte dass man sie besitzt.
Meine zweifelhafte Symbiose mit diesem Unternehmen von nicht unwesentlicher Größe begann im Jahr 1995 als ich mich eines unliebsamen Zeitgenossen entledigte. Der von mir gepeinigte Herr malträtierte wochenlang mein Telefon und meine Nerven bis ich auf die glorreiche Idee kam mir eine neue Nummer geben zu lassen die nicht ins Telefonbuch eingetragen werden sollte. Ich nahm mir vor diese Nummer zu hüten wie meinen kostbarsten Schatz und sie lediglich den wichtigsten Menschen zukommen zulassen. Alle Beteiligten benahmen sich als planten sie heimlich die Übernahme der Weltherrschaft, bewachten diese Telefonnummer wie ein Staatsgeheimnis und ich genoss die Stille meines plau-pinken Swatch-Twinphones. Schon am zweiten Tag war es mit dieser Ruhe vorbei, der Saftsack hatte es doch tatsächlich geschafft die Nummer ausfindig zu machen, im Geiste peinigte ich schon sämtliche Verräter ins Unermessliche als plötzlich eine Person anrief der ich die Nummer überhaupt nicht mitgeteit hatte.
Auf die Frage wie sie diese herausbekommen hatte bekam ich die Antwort: "Na ich hab deine alte Nummer gewählt und da lief ein Band: Die Rufnummer hat sich geändert, die neue Nummer lautet: xxxx".
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