I.
O könnt' ich Alles geben,
Was dieses Herz bewegt,
Und all die tausend Gedanken,
Die wüst mein Schädel hegt!
Es dränget heiß zur Lippe,
Was mir das Herz zerbricht;
Ich kenn' es, ach, ich fühl es -
Doch sagen kann ich's nicht!
Ada Christen - Aus: »Lieder einer Verlorenen« (1868)
Sammelstelle für Erleuchtungen, mentalem Abfall und cerebraler Stoffwechselendprodukte des Tages...
14.03.2010
Es fragen mich die Menschen (Herzblut I-XVII)
II.
Es fragen mich die Menschen,
Was mich so elend gemacht
Ich sag' euch, ich habe mein Elend
Mit auf die Welt gebracht.
Es liegt in meinem Fühlen
In dem halbentfesselten Geist,
Der aufwärts will und den Alles
Zur Erde doch wieder reißt.
Ada Christen - Aus: »Lieder einer Verlorenen« (1868)
Es fragen mich die Menschen,
Was mich so elend gemacht
Ich sag' euch, ich habe mein Elend
Mit auf die Welt gebracht.
Es liegt in meinem Fühlen
In dem halbentfesselten Geist,
Der aufwärts will und den Alles
Zur Erde doch wieder reißt.
Ada Christen - Aus: »Lieder einer Verlorenen« (1868)
Menschen
Als ich, mit der Welt zerfallen,
Schweigend ging umher,
Da fragten die lieben Menschen:
Was quälet dich so sehr?
Ich sagte ihnen die Wahrheit;
Sie haben sich fortgedrückt
Und hinter meinem Rücken
Erklärt, ich sei verrückt.
Ada Christen
Schweigend ging umher,
Da fragten die lieben Menschen:
Was quälet dich so sehr?
Ich sagte ihnen die Wahrheit;
Sie haben sich fortgedrückt
Und hinter meinem Rücken
Erklärt, ich sei verrückt.
Ada Christen
Todt
Mir ist, als wär der Himmel leer,
Die Erde nur ein weites Grab,
Und jeder Stern rings ausgeglüht,
Dem Herzen gleich, das Alles gab.
Und ich, das Grabmal meines Ich's,
Steh' öd' und still und ganz allein;
Es braust der Wind, der Regen weint.
Kalte Thränen, auf kalten Stein .....
Ada Christen
Die Erde nur ein weites Grab,
Und jeder Stern rings ausgeglüht,
Dem Herzen gleich, das Alles gab.
Und ich, das Grabmal meines Ich's,
Steh' öd' und still und ganz allein;
Es braust der Wind, der Regen weint.
Kalte Thränen, auf kalten Stein .....
Ada Christen
Grau
Ein sinnend matter, grauverhüllter Tag ...
Er fliesst so weich heut mit mir selbst zusammen ...
Umflort sind Träume, Düfte, Klänge, Flammen ...
Weil ich am liebsten weinen - weinen mag ...
Der todte Mann ... und was ich einst empfunden,
Und was ich gern empfinden, fassen will ...
Das athmet in den Lüften, schlummerstill,
Es gleiten lautlos, todtenmüd' die Stunden ... -
Lisa Baumfeld
Er fliesst so weich heut mit mir selbst zusammen ...
Umflort sind Träume, Düfte, Klänge, Flammen ...
Weil ich am liebsten weinen - weinen mag ...
Der todte Mann ... und was ich einst empfunden,
Und was ich gern empfinden, fassen will ...
Das athmet in den Lüften, schlummerstill,
Es gleiten lautlos, todtenmüd' die Stunden ... -
Lisa Baumfeld
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