Es führen über die Erde
Strassen und Wege viel,
Aber alle haben
Dasselbe Ziel
Du kannst reiten und fahren
Zu zwein und zu drein,
Den letzten Schritt
Mußt du gehen allein.
Drum ist kein Wissen
Noch Können so gut,
Als daß man alles Schwere
Alleine tut.
Hermann Hesse
Sammelstelle für Erleuchtungen, mentalem Abfall und cerebraler Stoffwechselendprodukte des Tages...
28.11.2008
08.11.2008
Ebadi, Shirin - Mein Iran

Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit Mein Iran hat die iranische Rechtsanwältin und Hochschullehrerin Shirin Ebadi mehr als "nur" eine Autobiografie vorgelegt. Indem die Regimekritikerin ihren Lebensweg nachzeichnet, gewährt sie zugleich tiefe Einblicke in das politische und gesellschaftliche System des schiitischen "Gottesstaates".
Die Mehrzahl der iranischen Akademiker ist weiblich. In staatlichen Ämtern indes wird man vergebens nach einer Frau Ausschau halten. 1979 hatten die im Zuge der islamischen Revolution an die Macht Gekommenen nichts Eiligeres zu tun, als die wenigen Frauen daraus schleunigst zu entfernen. So auch Shirin Ebadi, die 1975 als erste weibliche Richterin an das Teheraner Gericht berufen worden und schnell zu dessen Vorsitzenden aufgestiegen war. Sich entschieden für das Recht auch gegen die herrschenden Mullahs und deren Gesetz einzusetzen, hat man der Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2003 indes nicht austreiben können.
Ebadis Bemühen um eine Reform der iranischen Gesellschaft hat sie zwischenzeitlich nicht nur auf die Liste eines Tötungskommandos der Revolutionsregierung, sondern auch ins Gefängnis gebracht. Trotzdem hat sie den Iran nicht verlassen. Dazu liebt sie ihr Land zu sehr. Und diese Liebe ist es auch, aus der sie die Kraft bezieht, gegen alle Widerstände weiter für ihre Überzeugung zu kämpfen. Frauen wie sie machen Hoffnung, dass der Iran jenseits des nationalistischen Islamismus, der nach den Jahren vorsichtiger Reformen seit der Wahl von Präsident Ahmadinedschad wieder die Oberhand gewonnen zu haben scheint, eine Zukunft hat. Ein leises, kluges, unbedingt lesenswertes Buch. -- Andreas Vierecke
Kurzbeschreibung
Mit nicht einmal 30 Jahre wurde Shirin Ebadi als erste Frau im Iran zur Richterin ernannt und übernahm schließlich den Vorsitz des Teheraner Gerichts. 1979 wurde sie im Zuge der islamischen Revolution ihres Amtes enthoben und zur Sekretärin degradiert.Sie entschloss sich, Anwältin zu werden. Im Jahr 2000 wurde sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Verteidigerin vor Gericht angeklagt. Doch weder Einzelhaft noch Berufsverbot konnten Shirin Ebadi von ihrem Kampf für Freiheit und Menschenrechte abhalten. Ihr besonderes Engagement gilt dabei den Rechten von Frauen und Kindern. Ein dramatisches Leben zwischen Verfolgung, Demütigung und Verhaftung und das beeindruckende Zeugnis politischen Muts und Engagements: Das Buch der ersten Richterin des Iran und der ersten muslimischen Friedensnobelpreisträgerin.
11.09.2008
Battlestar Galactica - Das Virus
Titel: Das VirusSerie: Battlestar Galactica
OT: BATTLESTAR GALACTICA: Unity
Autor: Steven Harper
Ü: Claudia Kern
Seiten: 299
ISBN: 978-3-8332-1643-5
Verlag: PaniniBooks, 2007
Rezension: Frank Drehmel
Als die Überlebenden des Vernichtungskrieges in den Trümmern eines zylonischen Basissterns eine Rettungskapsel entdecken, ist die Verwirrung zunächst groß, da sich an Bord dieses Objektes der begnadete Sänger Peter Attis sowie eine Wächterin, die Version des Zylonen-Modells Nummer 8, befinden.
Zweifel an Attis’ menschlicher Identität können dank Gajus Baltars und insbesondere Kara Thraces Fürsprache schnell zerstreut werden, denn die kleine Kara zählte früher - wie andere weibliche Crew-Mitglieder auch - zu den größten Fans des Sängers und weiß daher, mit einer Masse überflüssiger Details aus dessen Leben aufzuwarten.
Der Führung der Galactica kommt Attis’ Auftauchen im Grunde sogar recht, kann der Entertainer doch mit einem Live-Konzert für etwas Stimmung im trüben Flüchtlingsalltag sorgen.
Dieses ist um so nötiger, als der Bestand an Strahlungsmedikamenten sowie Antibiotika innerhalb der Flotte zur Neige geht und man daher gezwungen ist, trotz der allgegenwärtigen Bedrohung durch die Zylonen Station zu machen, um auf einem Planeten durch Ernten spezieller Algen für Nachschub zu sorgen.
Dass sich die “Toaster” erstaunlich ruhig verhalten, gibt aber nur wenig Anlass zur Freude, denn schon bald tauchen erste Krankheitsfälle in den Reihen der Menschen auf. Die Patienten beginnen zu fantasieren, können sich nicht mehr artikulieren, verlieren die Kontrolle über ihre Körperfunktionen, fallen ins Koma und sterben schließlich.
Schnell haben Dr. Cottle und Gaius Baltar Peter Attis als Überträger einer Seuche ausgemacht, die augenscheinlich von den Zylonen kreiert wurde. Immerhin liegt im Blute des Sängers die Heilung. Das Problem ist nur, dass Attis zwischenzeitlich zum Messias einer Sekte avancierte und mit Hilfe der aus ihrem Gefängnis ausgebrochenen Sharon Valerii von Bord der Galactica entführt wurde. Damit beginnt ein Wettlauf gegen das Virus und gegen die Maschinenwesen, die jederzeit auftauchen könnten.
Ich kann es nicht oft genug sagen: die BSG-TV-Show empfinde ich so erbaulich wie einen Furunkel am Arsch.
Im Gegensatz zur Show stellten die BSG-Romane immerhin eine erfreuliche oder wenigstens keine schlechte Leseerfahrung dar; bisher jedenfalls, denn mit “Das Virus” ist auch der belletristische Spin Off der Serie - bedauerlicherweise - ein deutliches Stück in Richtung “Regio Glutealis” gerückt.
Dass dieser Roman, dessen Handlung Mitte der zweiten Show-Staffel spielt, ohne Grundkenntnisse des Hintergrundes kaum genießbar ist, soll bei der Beurteilung keine Berücksichtigung finden, denn wer Franchise-Bücher liest, muss vorher wissen, worauf er sich einlässt.
Die eigentlichen Mängel liegen ganz woanders. An erster Stelle stehen die eindimensionalen, klischeehaften Charaktere, die - und hier verschenkt der Autor den Vorteil des Buches gegenüber dem Film - im Vergleich zur Serie nur eine minimale Vertiefung erfahren. Insbesondere Kara Thrace, die sich ständig ans nicht vorhandene Gemächt zu greifen scheint und Macho-Sprüche klopft, geht selbst jemandem, der keine Probleme mit starken Frauen hat, regelrecht auf die Eier.
Zweitens ist die Geschichte alles andere als originell, d.h. innovative oder gar interessante Ansätze sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es eine drögen, nicht nur für BSG-Fans vorhersehbaren Mix aus Storyelementen, deren Bärte jeden Amischen vor Neid erblassen ließen. Erschwerend kommt hinzu, dass Harper seine Ideen staubtrocken und bar jeglichen Humors präsentiert, sich diese Ernsthaftigkeit aber in der soapig-platten Story selbst nicht widerspiegelt. Moralische Dilemmata, die sich aus dem Setting und der besonderen Situation der Flotte der Flüchtlinge ergeben, werden allenfalls angedeutet, in der Regel jedoch darf sich der Leser diese allein im stillen Kämmerlein zusammenbasteln.
Drittens und schlussendlich erweist sich Harper auch stilistisch als veritabler Dünnbrettbohrer. Ich bin mir bewusst, dass in Schriftstellerworkshops und Anleitungen für Möchtegern-Autoren regelmäßig die These “In der Kürze liegt die Würze” mit geradezu missionarischem Eifer propagiert wird; aber staccatoartig aneinandergereihte Mini-Sätze sowie Dialoge, bei denen man sich angesichts des verwendeten Wortschatzes und der - freundlich ausgedrückt - übersichtlichen Syntax fragt, ob da nicht doch Grundschüler am Radebrechen seien, lassen keine Lesefreude aufkommen.
Fazit: Eine vorhersehbare, religiös verquaste, einfallslose, humorlose und schlecht geschriebene Story. Fans der TV-Show werden wahrscheinlich selbst in dieser Dunkelheit einen hellen Schein erkennen.
09.09.2008
Weiss, Anne/ Bonner, Stefan - Generation Doof

Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1. Aufl. (Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404605969
ISBN-13: 978-3404605965
Kurzbeschreibung
Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht. Geschrieben haben es zwei Autoren, die mit der Generation Doof per Du sind. Denn es ist ihre eigene.
Klappentext
Supernannys, Stars und Sternchen, Prominente, die am PISA-Test scheitern - Deutschland scheint zu verblöden. Eine Karriere als Popstar erscheint jungen Leuten verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht.
17.08.2008
Minck & Minck, totgepflegt

Titel: totgepflegt: Maggie Abendroth und der kurze Weg ins Grab
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Droste; Auflage: 3., Aufl. (März 2007)
ISBN-10: 3770012607
ISBN-13: 978-3770012602
Kurzbeschreibung
Kann es beim Bestatter zu viele Leichen geben? Wie bringt man einen Finnen dazu, mehr als drei Worte zu sagen? Ist man in einem Pyjama im Supermarkt underdressed oder kommt es auf die Accessoires an? Alles Fragen, die Maggie Abendroth nicht beantworten will. Sie hat definitiv andere Sorgen. Maggie ist 37, pleite und wohnt wieder in ihrer alten Heimat Bochum auf 22 qm. Ihr neuer Job als Aushilfssekretärin bei einem Beerdigungsinstitut stellt ihre Nerven zusätzlich auf eine harte Probe. Bei "Pietät Sommer" ist alles unheimlich: der schweigsame Kollege Herr Matti, ihr blasierter Chef Herr Sommer - und die tote Kundschaft im Keller sowieso. Als dann auch noch ihre Lieblingsorganistin für Trauerfeiern plötzlich verstirbt, steckt Maggie ihre Nase in Dinge, die sie eigentlich nichts angehen. Gemeinsam mit Freundin Wilma, Herrn Matti und Ex-Kommissar Kostnitz begibt sie sich auf Spurensuche.- Witzig, skurril und nichts für schwache Nerven.
Über den Autor
Edda Minck, Jahrgang 1958, und Lotte Minck, Jahrgang 1960, leben und arbeiten in Bochum. Beide sind durch viele verschiedene Berufe und Jobs in der Film- und Fernsehbranche gegangen, bevor sie sich Ende 2004 dazu entschlossen, Schreibtischtäterinnen zu werden.
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