16.12.2006

Clancy, Tom - Jagd auf Roter Oktober


Broschiert: 493 Seiten
Verlag: Naval Istitute Press (Oktober 1984)
ISBN: 3453874668

Wenn ein sowjetischer Kapitän mit seinem kompletten U-Boot zum Gegner überlaufen will, dann muß er nicht nur die Verfolgung durch seine eigene Flotte fürchten und seine Besatzung täuschen, auch den Amerikanern muß er erst klarmachen, daß er keine feindlichen Absichten hat. Eine schwere Situation für Kapitän Ramius, der das modernste und gefährlichste Atomunterseeboot der Sowjet-Flotte, Roter Oktober, quer über den Nordatlantik in die USA bringen möchte. Einzig der CIA-Analytiker Jack Ryan glaubt an die Überläuferabsichten von Ramius, doch steht er mit seinen Ansichten ziemlich alleine. Um irgendwie Kontakt mit dem sowjetischen Kapitän aufzunehmen, muß Ryan mitten im stürmischen Nordatlantik auf ein amerikanisches Unterseeboot. Ein äußerst gefährliches Katz-und-Maus-Spiel zwischen allen Beteiligten beginnt, dessen Einsatz die Leben an Bord der Roter Oktober sind. In die Zeiten des Kalten Krieges führt einen dieser atemberaubend spannende Militärthriller zurück. Clancys Fähigkeit, Geschichten detailliert aufzubauen und mit nahezu unglaublichem Fachwissen auszustatten, zeigt sich hier in einem seiner frühen Bücher. Nicht umsonst hat dieser Roman Clancys guten Ruf begründet und gilt als eines der Meisterwerke dieser Gattung. Und zum ersten Mal taucht auch Jack Ryan auf, der in vielen folgenden Clancy-Büchern eine steile Karriere machen wird und von einigen schon -- etwas voreilig -- als neuer James Bond gehandelt wurde.
--Joachim Hohwieler
-- Amazon.de Redaktion

Kurzbeschreibung
Der Roman, der Tom Clancy mit einem Schlag weltberühmt gemacht hat! Ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel in den Tiefen des Meeres. Eine Hetzjagd in der grenzenlosen Unterwasserwelt des Atlantik. Nach diesem Buch kann Tom Clancy mit Recht von sich behaupten, er sei der wahre Erfinder des Techno-Thrillers.

Barker, Clive - Die Bücher des Blutes I-III


Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
Verlag: Area; Auflage: 3. Aufl. (Juli 2003)
ISBN: 3899960238

Klappentext:
Freunde des literarischen Horrors seien ausdrücklich gewarnt: Die Kultbücher von Clive Barker sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Abgründig, wortgewaltig, unheimlich, grausig und wollüstig – dank diesen Attributen gehören seine Erzählungen zu dem Besten, was das Genre je hervorgebracht hat.

Das erste Buch des Blutes enthält folgende Kurzgeschichten:
1. Das Buch des Blutes (The Books of Blood)
2. Der Mitternachts – Fleischzug (The Midnight Meat Train)
3. Das Geyatter und Jack (The Yattering and Jack)
4. Schweineblut – Blues (Pig Blood Blues)
5. Sex, Tod und Starglanz (Sex, Death and Starshine)
6. Die Städte in den Bergen (auch: Im Bergland: Agonie der Städte) (In the Hills: The Cities)

Das zweite Buch des Blutes enthält folgende Kurzgeschichten:
1. Moloch Angst (Dread)
2. Das Höllenrennen (Hell’s Event)
3. Das Testament der Jacqueline Ess (Jacqueline Ess: Her Will and Testament)
4. Wüstenväter (The Skins of the Fathers)
5. Die neuen Morde in der Rue Morgue (New Murders In Rue Morgue)

Das dritte Buch des Blutes enthält folgende Kurzgeschichten:
1. Sohn von Zelluloid (Son of Celluloid)
2. Rohkopf Rex (Rawhead Rex)
3. Die Beichte eines (Pornographen) – Leichentuches (Confession of a (Pornographer’s) Shroud) 4. Sündenböcke (Scape – Goats) 5. Menschliche Überbleibsel (Human Remains)

Cox, Greg - Underworld


Titel: Underworld
Originaltitel: Underworld
Autor: Greg Cox
Übersetzer: Jan Dinter
Verlag: Panini/Dino, 2005, Seiten: 409, ISBN: 3-8332-1308-6

Rezension von Frank Drehmel

Seit vielen Jahrhunderten tobt in den Schatten der Welt der Sterblichen ein erbitterter Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen. Dank der Todeshändler, einer Vampir-Kriegerelite, gelang es den Blutsaugern, die Gestaltwandler fast vollständig auszulöschen. Doch die Lycaner geben sich keineswegs geschlagen. In Budapest, wo sich der Stammsitz der Vampire befindet, versuchen sie unter Führung des charismatischen Lucian, das Blatt doch noch zu ihren Gunsten zu wenden.
Dabei spielt in den Plänen der Wölfe der Mensch Michael Corvin eine zentrale Rolle. Der junge Amerikaner, der aus persönlichen Gründen nach Ungarn auswanderte, ahnt von all dem nichts, sondern muss verwundert und erschrocken feststellen, dass plötzlich einige sehr merkwürdige Leute irgendetwas von ihm wollen.
Zu diesen Leuten gehört auch Selene, die als ruhmreiche Todeshändlerin ihrem Clan viele Jahrhunderte diente und die sich auf eine verstörende Art zu Michael hingezogen fühlt; dass der junge Mann mittlerweile von einem Lycaner gebissen wurde und -sollte er die Infektion überleben- damit selbst zum Werwolf zu werden droht, macht die Sache für sie nur noch interessanter. So dauert es nicht lange, bis die Beiden Seite an Seite gegen Blutsauger und Werwölfe kämpfen, wobei immer deutlicher wird, dass die eigentliche Gefahr von dem intriganten Vampir Kraven ausgeht; denn dieser Stellvertreter des Clan-Ältesten, Viktor, versucht mittels eines unheiligen Paktes, seinen Schöpfer zu beseitigen und die Macht über alle Vampire an sich zu reißen.

“Underworld” ist ein weiteres Buch aus der stetig wachsenden Reihe der Film-Romane des Panini-Verlags. Da sich sein Autor, Greg Cox, beim Entwurf der Geschichte und der Charaktere sehr eng an die filmische Vorlage hält, bietet “Underworld” Kinogängern kaum Neues, außer dass einige Figuren eine etwas nuanciertere und -im Vergleich zum Film- etwas anders akzentuierte Ausarbeitung erfahren. So ist Kraven hier eher ein bemitleidenswerter Möchtegern-Intrigant, dem von Anfang an sein gesamter Plan über den Kopf zu wachsen droht und der zu keinem Zeitpunkt Herr der Lage ist, die Selene des Buches ist eine Tick cooler und emotional kälter als die durch Kate Beckinsale verkörperte Todeshändlerin und einige Nebencharaktere dürfen sich in etwas mehr Wertschätzung sonnen.

Leser, die “Underworld” noch nicht ins Kino oder vor den DVD-Player gezogen hat, können sich hingegen auf einen soliden, gut geschriebenen Urban-Fantasy-Roman freuen. Auch wenn die Story im ersten Moment an die “World of Darkness” White Wolfs erinnert -dort prügeln sich ebenfalls Vampire, Werwölfe und anderes Kroppzeugs um die Vorherrschaft in “ihrer” Welt-, so hat sie dennoch nichts mit jenem Hintergrund gemein: Abgesehen davon, dass ein gänzlich anderer Schöpfungsmythos für beide Spezies entworfen wird, sind “Underworlds” Wesen weitaus menschlicher, kultivierter -sowohl in ihren Fähigkeiten, ihrer Ethik, als auch hinsichtlich ihrer Verwurzelung in der Welt der Sterblichen- als die Ungeheuer der WoD. Darüber hinaus entsprechen Werwölfe wie Vampire, was ihre Schwächen und Beschränkungen betrifft, durchaus den gängigen Klischees, wobei sich allerdings schnell herausstellt, dass in Zeiten von High-Tech-Waffen diese Schwächen mehr als nur eine läppische Achillesferse sind.

Im Aufbau folgt der Roman -wie der Film- dem fast schon klassischen Schema, erst die Charaktere einzuführen, um dann -den Leser zunächst über die Hintergründe der Aktionen im Unklaren lassend- in einem langsamen, stetigen Anstieg des Spannungsbogens auf den durchaus explosiven, finalen Showdown zuzusteuern. Gerade in der ersten Hälfte des Buches ist dieses Vorgehen bedauerlicherweise mit einigen Längen verbunden, zumal die gesamte Geschichte für einen “Horror”-Roman eher unblutig und relativ “gore-frei” erzählt wird. Auch sonst befleißigt sich der Autor eines unprätentiösen Stils, der sich nicht durch Wortgewalt und Schachtelsätze auszeichnet, sondern durch Lockerheit und gute Lesbarkeit. Insofern ist “Underworld” durchaus ein Roman für die ganze Familie.

Fazit: Ein solider, mäßig dunkler Urban-Fantasy-Roman, der Kennern des Films zwar kaum Neues bietet, allen Anderen jedoch für einige Stunden gute Mainstream-Unterhaltung garantiert.

03.12.2006

Einkaufen

Wie fast alles im Reich der Unterbelichteten bietet das Einkaufen einem ganz besondere Eindrücke. Ob im Bau- oder Supermarkt, die letzte Hürde im Speziellen lauert unmittelbar vor dem Ausgang: Die Kasse! Nachdem man alles Nötige in seinem Wagen verstaut, sich über plötzlich bremsende, im Weg stehende Mitmenschen oder fehlende Artikel geärgert und sich auf den Weg zur Kasse gemacht hat, peinigt einen als erstes die Auswahl wo man sich anstellt. Auch wenn man tief im Inneren eigentlich weiß, dass es im Grunde schnurz ist und es meist doch nicht schneller geht, wägt man in seiner Naivität trotzdem ab. Zur Linken wartet eine Person mit zwei Schächtelchen Zigaretten und einer von Irgendwas, zur Rechten drei Gestalten mit proppevollen Einkaufswagen. Wie schon so oft fällt man auf die einem vorgegaukelte Logik herein und wählt die kürzere Schlange. Hat man sich solchermaßen in die Irre führen lassen, nimmt das Unheil seinen Lauf und die Prozedur beginnt: Die Kassiererin nimmt das erste Päckchen und zieht es über den Barcodeleser, "Piep" und der Kassenzettel rattert. Das Zweite, "Piep" und der Kassenzettel rattert. Beim Dritten aber verweigert das "Piep" sein Erklingen. Nach zwei weiteren unfruchtbaren Versuchen beschließt die gemeine Unterbelichtete an der Kasse, solchermaßen überfordert, dass arbeitsverweigernde Kassen nichts in ihrem Horizont zu suchen haben und fragt ihr Pendant an der Nebenkasse (an der, wie man nicht weiter erwähnen muss bereits der zweite proppevolle Wagen auf dem Band liegt) um Hilfe. Nun ist es selten eine Frage der Kollegialität ob diese Hilfe gewährt wird, sondern erstens eine der Kompetenz eine arbeitsverweigernde Kasse zu bändigen und zweitens ob es sich lohnt sich mit dieser Kompetenz gebührend zu profilieren. Wie es an solchen Tagen Pflicht zu sein scheint, kann man auch von der Kollegin keine Hilfe erwarten und muss, einen Anflug von Ungeduld unterdrückend, mit ansehen wie die hilflose Person einen Telefonhörer zwischen die pink lackierten Krallen nimmt und den Filialleiterassistenten herbeizitiert. Dieser, sich seiner höchstwichtigen Position bewusst, braucht geschlagene 5 Minuten bevor er die sich mittlerweile gebildete, mit den Füßen scharrende Schlange mit seiner Anwesenheit beehrt und jovial nach dem Grund seines Begehrtwerdens fragt. Nachdem geklärt ist dass das Schächtelchen Irgendwas nicht als Artikel im System gefunden wird, macht sich der Bändiger der arbeitsverweigerden Kassen auf den Weg den Preis herauszufinden und ward nicht mehr gesehen. Man könnte den Versuch wagen an die andere Kasse zu wechseln, aber just in dem Moment in dem sich der Gedanke in den Hirnwindungen geformt hat, stellen sich zwei weitere proppevolle Einkaufswagen an. Nach schier endlosen Minuten, der Inhalt des dritten proppevollen Einkaufwagens der Nebenkasse wird gerade in Tüten verstaut, erscheint dieses sonnige Gemüt mit dem Preis und die Kassiererin nimmt die ihr angestammte Tätigkeit wieder auf. Während der Vordermann verzweifelt nach Bargeld sucht und anschließend eine EC-Karte zückt, überlegt man sich in einem Moment des Aufbegehrens sich dazu durchzuringen seine bereits auf das Band gelegten Sachen zusammenzuraffen und an die andere Kasse zu wechseln, aber just in dem Moment in dem sich der Gedanke in den Hirnwindungen geformt hat ... siehe oben... Nachdem das EC-Gerät gebändigt, sämtliche Payback-Karten und Coupons durchgerattert wurden und der Vordermann erleichtert das Weite gesucht hat, steigt die Hoffnung den Ort der Pein baldigst zu verlassen steil an, um nach dem ersten gescannten Teil jäh wieder in Bodenlose zustürzen. Wie es das Gesetz des Einkaufens im Reich der Unterbelichteten vorsieht, ist die Papierrolle der Kasse am Ende ihres Seins angelangt und alle Chancen die Kasse doch noch zu wechseln zunichte gemacht. Mit zittrigen pink lackierten Krallen nestelt die Kassen-Else an der Rolle herum und ignoriert stoisch die unwirschen Kommentare der genervten Kunden. Sich am Ziel wähnend weil die Rolle ordnungsgemäß ausgetauscht wurde, ärgert man sich nicht einmal mehr über ein hingeschnoddertes "Hamses' nich Kleinääär??" oder über die fehlendes Tüten, man wischt sich den Schweiß von der Stirn, verstaut irgendwie seine Habseeligkeiten und begibt sich zum Parkplatz, wo schon die nächste Geschichte auf einen wartet.

Später kann ich meine Mitmenschen einmal mehr aus der Füßgängerperspektive beobachten. Dabei fällt mir auf dass es in der Fußgängerzone noch übler zugeht als auf unseren Straßen. So viele Blindgänger auf einem Haufen trifft man noch nicht einmal auf der A 40 im Feierabendverkehr. Aufgebrezelte Schrabnellen mit kniehohen Besorgs-mir-sofort-hier-Stiefeln klotschen arschwackelnd übers Pflaster und stieren dabei mit halbgescheitem Dumpfbackenblick in die Schaufenster. Nachwuchs-Schlampen stellen ihre über den Hüfthosenbund quellende Nichttaillen zur Schau, das sind sie, die Dialyse-Patienten von morgen. Es lebe das Online-Shopping!

Vor der Bäckerei im Bahnhof sitzt ein pädophiler alter Sack mit weißem Bart und rotem Mantel und schaukelt ein schreiendes Kind nach dem anderen auf seinem Schoß. Die Eltern die das zulassen sollte man allesamt wegen Kuppelei einsperren. Verkaufen für einen Sack voll Geschenke ihre Gören, so weit ist es schon gekommen im Hartz 4 - Ländle.
Der Weg nach Hause verläuft erstaunlicherweise ohne größere Ärgernisse, ein Gang durch die Innenstadt scheint die Toleranz zu heben.

Für Carol